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Shorin-Karate ist eine ausgereifte Bewegungslehre und ein effektiver Weg zur Entwicklung von Körper und Geist.

Dank zahlreicher Film- und Fernsehspektakel mit seinen Showeffekten, sehen Laien vom Karate nicht selten nur die publikumswirksamen Vorführelemente wie Bretter durchschlagen mit der bloßen Hand oder das auf wilde Sparringkämpfe reduzierte Training.
Die Wirklichkeit des Karate erscheint jedoch gänzlich anders und ist weitaus komplexer. Längst hat sich der Karate-Weg in der sportlichen Fachwelt als Gesundheitssport und Weg zur Persönlichkeits- und Charakterbildung etabliert. Körperliche und geistige Leistungsfähigkeit der Übenden bis ins hohe Alter zeugen von weitaus mehr Inhalt und Hintergrund, als man zunächst vermuten würde.

Der Name

Karate

Yoko-geri Yoko-geri
 

Kara-te bedeutet aus dem Japanischen übersetzt heute soviel wie „leere Hand“ und bezeichnet damit einerseits den waffenlosen Kampf. Zum anderen gibt es eine tiefere philosophische Bedeutung des Wortes Karate. Hier wird auf die notwendige Leere und Reinheit des Geistes - frei von selbstsüchtigen und egoistischen Gedanken - der Karateschüler Bezug genommen.

Ursprünglich gab es für Karate etwas andere Schriftzeichen, die mit der Übersetzung „China-Hand“ auf den Ursprung dieser - auf der Insel Okinawa und in Japan kultivierten- Kampfkunst hindeuten.

Wurzeln

Letztlich stammen auch die Wurzeln des Karate aus dem Grundbedürfnis der Menschen, sich gegen körperliche Angriffe jeglicher Art auch ohne Waffen adäquat wehren zu können. Schon in frühester Menschheitsgeschichte sind aus diesem Grund überall auf der Welt einfache bis komplexe Kampftechniken angewendet worden, die Grundlage weiterer Entwicklungen auf diesem Gebiet sind.

Insbesondere im asiatischen Raum von Indien über China nach Japan entwickelten sich unter maßgeblichem Einfluss der Mönche des historischen Shaolin-Klosters diverse Kampfkunst- und Selbstverteidigungssysteme von außergewöhnlicher Brisanz und Effektivität. Aber auch im übrigen ostasiatischen Raum sind zahlreiche Kampfkunststile entstanden, die sich im Laufe der Zeit gegenseitig erweitert, inspiriert und ergänzt haben. Dennoch ist die Kampfkunstentwicklung durch die Mönche besagten Klosters besonders zu bewerten. Hat sie doch maßgeblich zur Verbreitung und Vervollkommnung der Kampfkünste überhaupt beigetragen und somit in einzigartiger Weise - bis heute - Einfluss auf die Kampfkunstentwicklung in aller Welt genommen.

Der Grund für diese Besonderheit liegt in der intelligenten Verknüpfung von intensivem körperlichen Training mit differenzierten Methoden der Gesunderhaltung und Abhärtung des menschlichen Körpers unter Einbeziehung physischer aber auch psychischer Komponenten.

Karate

Kokutsu-dachi Kokutsu-dachi
 

Schon damals erwies sich ein solch umfassendes und intensives Training zudem als überaus fruchtbarer Nährboden für eine tief greifende Charakter- und Persönlichkeitsbildung der Schüler.


Dieser Aspekt rückte im Laufe der Jahrhunderte immer stärker in den Vordergrund und wurde besonders im japanischen Karate bis zur Perfektion verfeinert. Auch heute noch erkennt man gute Karateschulen an gelebter Disziplin, Höflichkeit und respektvollem Umgang miteinander.

So mag es nur Laien noch verwundern, dass ein fundiertes Karatetraining nur im Entferntesten an Kampf erinnert.
Wer jedoch einmal ein echtes Karatetraining miterlebt, erkennt schnell, dass ganz andere Komponenten den Übungsablauf bestimmen.

Trainingsinhalte

Da ist zum einen das konzentrierte Einstudieren einer präzisen und ausgearbeiteten Bewegungsmechanik. Zum anderen werden gesunde Atmung, Körperhaltung und -kraft trainiert wie auch geschmeidige Beweglichkeit, geerdete Gelassenheit und Ruhe oder auch explosive Dynamik und Ästhetik in der Bewegung.
All das sind vielfältige und unterschiedlichste Eigenschaften, die jedoch alle innerhalb eines effektiven Karatetrainings bedeutsam sind und sich wunderbar ergänzen.
Dass sich mit der Zeit intensiver Übung auch ein entsprechendes Selbstbewusstsein entwickelt und damit eine sensationslose Auseinandersetzung mit Konflikt- oder Problemsituationen ermöglicht, ist gut nachvollziehbar.
Natürlich werden je nach Trainingsstand auch Partnertechniken trainiert, die es ermöglichen, zuvor erlernte Einzelübungen unter variablen Voraussetzungen sinnvoll einsetzen zu können.

Eines ist bei allem jedoch stets gegeben: Anfänger werden Schritt für Schritt in die Bewegungslehre eingeführt und müssen sich keinen spektakulären Bruchtests oder fragwürdigen Sparringkämpfen unterziehen. Solche und ähnliche Methoden wird man in seriösen Schulen vergeblich suchen.

Karate

Choko-zuki Choko-zuki im Kiba-dachi
 

Viel mehr ist es die intensive Beschäftigung mit den eigenen Fähigkeiten, Schwächen und Fortschritten, die mitunter als immer wiederkehrender Kampf empfunden werden können.

An dieser Stelle möchten wir noch einmal auf die besondere Verbindung des Shorin-Karate mit seinen Kloster Ursprüngen eingehen.

Shorin-Karate präsentiert sich gerade in den Anfängerstufen als ein hervorragendes Gesundheits- und Aufbautraining für Körper und Geist. Fortgeschrittene Schüler kommen zunehmend mit den urtümlicheren, und intuitiveren Kampftechniken aus der Blütezeit der legendären Kampfmönche des historischen Shaolin Klosters in Kontakt.
Denn erst das hinreichend geübte und äußerst effektive Basistraining schafft mit den Jahren die geeignete Substanz und Sensibilität, die ein darauf aufbauendes Erlernen und Verstehen der runden und schnellen Ur-Techniken ermöglichen.
Dies ist durch das veränderte Körperverständnis einer Kopf- und Technikgesellschaft zu erklären. Natürlichkeit in der Bewegung ist wieder erlernbar.

Shorin-Karate in der MAHA

Das Shorin-Karate Training in der MAHA versteht sich als ein sportlich wie philosophisch in Erscheinung tretender Brückenschlag von moderner Entwicklung hin zu dem Wissen und den immer noch aktuellen Werten einer der ältesten kulturgeschichtlichen Wurzeln der Menschheit.

So bietet Shorin-Karate einerseits für zivilisationsgeprägte Sportanfänger ein adäquates und modernes Aufbautraining, während sportlich Fortgeschrittene in ihren Fähigkeiten progressiv und anspruchsvoll gefördert werden.

Wettkämpfe und Zuschauer

Verschleißendes Wettkampftraining findet sowohl im Shorin-Karate als auch im gesamten Zen-Shorin-Ryu keinen Platz. Dies wird an dieser Stelle sicher nicht mehr verwundern, als der Umstand, dass Zuschauer im normalen Trainingsbetrieb mit Rücksicht auf Anfänger und die intensive Trainingsatmosphäre nicht zugelassen werden. Diesen Umstand werden Sie spätestens bei der ersten Probestunde zu schätzen wissen.
Ab und an gibt es zu höheren Prüfungen oder bei organisierten Vorführveranstaltungen die Möglichkeit, bei dem zuzuschauen, was man eigentlich nur durch Mitmachen selbst authentisch nachvollziehen kann.

Anfänger

Was nützt alle Beschreibung. Werden Sie selbst aktiv und melden Sie sich zu einer kostenlosen Probestunde an.
Anfänger sind erwünscht und stets eine Bereicherung für bestehende Gruppen. Wer nicht ganz unvorbereitet zum Probetraining kommen möchte, findet eine kleine Checkliste für das Probetraining bei unseren Infos für Anfänger.
Hier bekommen Sie mehr Informationen über die Trainingstermine und unsere Lehrer.